Hessen: Sorge um derzeitigen Anstieg der Corona-Infektionen

aus Coronavirus-Pandemie

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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).  Foto: dpa

Hessens Ministerpräsident Bouffier hat sich zur aktuellen Corona-Lage im Land geäußert. Unter anderem ging es um Reiserückkehrer, Sportwettbewerbe und Weihnachtsmärkte.

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WIESBADEN. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat nach der Videokonferenz der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Pandemie am Donnerstag keine neuen Verordnungen angekündigt.

"In Hessen und Deutschland ist ein rechtzeitiges und kluges Agieren recht gut gelungen", sagte Bouffier in Wiesbaden. Der hessische Stufenplan, der je nach Infektionsrate gestaffelt Maßnahmen vorsieht, funktioniere gut und lerne dynamisch.

Jedoch bereite das derzeitige Ansteigen der Corona-Infektionen Sorgen, sagte der Ministerpräsident. Diese Entwicklung müsse möglichst jetzt gedämpft werden. "Wir haben Anlass, die Auswirkungen des Virus sehr ernst zu nehmen. Rücksicht, Umsicht und Vorsicht bleiben die Grundmelodie", sagte Bouffier. "Wir dürfen jetzt nicht in eine weitere Lockerungsdiskussion eintreten, sondern müssen sehr besonnen bleiben."

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Weihnachtsmärkte in anderer Form

Die Regierungschefs haben sich nach den Worten Bouffiers darauf geeinigt, bei Missachtung der Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu verhängen. Dies gelte aber in Hessen bereits. Für alle bundesweiten Sportwettbewerbe solle bis 31. Oktober eine bundeseinheitliche Regelung erarbeitet werden. Das bedeute für Hessen, dass bis dahin Spiele in leeren Stadien stattfinden müssten.

Veranstaltungen ohne ein Hygienekonzept dürften bis mindestens 31. Dezember nicht stattfinden, sagte der Ministerpräsident. Mit einem Hygienekonzept dürfe es in Hessen weiterhin Veranstaltungen bis zu 250 Menschen geben. Hier gebe es zwischen den Bundesländern unterschiedliche Regelungen. Die nächsten Weihnachtsmärkte werde es nicht in der bekannten, sondern in anderer Form geben. Auch sie müssten ein Hygienekonzept einhalten, das mit der örtlichen Gesundheitsbehörde abgestimmt werden müsse.

Kein Corona-Test ohne Anlass

Nach einer Rückkehr aus einem Risikogebiet wäre es am besten, zunächst sich in Quarantäne zu begeben und nach fünf Tagen einen Test auf den Coronavirus machen zu lassen, informierte Bouffier. Nach dieser Frist sei ein einigermaßen sicheres Ergebnis möglich. Ohne Test müsse man sowieso 14 Tage Quarantäne einhalten. Für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet werde der Test noch kostenlos angeboten, habe die Mehrheit der Ministerpräsidenten beschlossen. Für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten allerdings soll die Möglichkeit eines kostenlosen Tests zum 15. September gestrichen werden.

Tests ohne Anlass sollten nicht mehr vorgenommen werden, sagte der Ministerpräsident. Es sollten genügend Kapazitäten für Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Schulen und Altenheime vorhanden sein. Für den privaten Bereich und für Treffen in der Öffentlichkeit gebe es keine Vorschriften. Aber es gebe den Appell, Vorsicht zu wahren und Abstände einzuhalten, betonte Bouffier.

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Von epd