Temme auf Documenta zu sehen

(cc). Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages hat der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme kritisiert, dass er als Protagonist eines knapp zehn Minuten langen...

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WIESBADEN. (cc). Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages hat der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme kritisiert, dass er als Protagonist eines knapp zehn Minuten langen Streifens auf der Documenta in Kassel zu sehen ist. In Kassel war am 6. April 2006 Halit Yozgat in seinem Internet-Café als letztes Opfer der NSU-Mordserie erschossen worden. Den Film, der methodische Mängel aufweist, hat die Gruppe Forensic Architecture der Londoner Goldsmiths Universität gefertigt. Zu sehen ist, wie Temme – in einer Nachstellung für die Polizei – durch den Tatort läuft. Die Londoner Gruppe meint, belegen zu können, dass der Ex-Verfassungsschützer die Leiche gesehen haben muss. Temme hat das verneint. Vor dem Untersuchungsausschuss fragte er nun nach den Urheberrechten für das Filmmaterial, auf dem er zu sehen ist. „Mit welchem Recht verwendet die Gruppe dieses Video?“.

Kunstkritiker haben den Beitrag von Forensic Architecture gelobt, das Video ist eines der gut besuchten Ausstellunsgsstücke der Documenta 14. Die Kasseler Polizei hingegen hat den angeblichen Erkenntnisgewinn des Streifens relativiert.