Annweiler: Reichsburg Trifels

Die Burg Trifels thront auf dem Sonnenberg. Foto: GDKE Rheinland-Pfalz

Die ReichsburgTrifels im Pfälzerwald war einst eine wichtige Stätte salisch-staufischer Herrschaft. Ihr heutiges Erscheinungsbild ist geprägt von den wechselnden Phasen von...

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Annweiler. Vom Rhein her in Richtung Pfälzer Wald, fällt dem Betrachter sofort die Reichsburg Trifels ins Auge: Sie thront, aus Sandstein erbaut, auf einem Felsenriff. Dessen wild zerklüftete, senkrecht abfallende Spitze überragt den Wald auf dem 500 Meter hohen Sonnenberg.

Imposant ist die Aussicht vom Hauptturm herunter: Zu Füßen sieht man das Queichtal und Annweiler, Richtung Osten blickend die Rheinebene, gen Westen bis zum Horizont Täler und Höhen des Pfälzer Waldes. Das Auge überschaut eine Region, die im Hochmittelalter nicht nur zu den politisch wichtigsten, sondern auch zu den wirtschaftlich stärksten Gegenden des Reiches gehörte.

Wichtige Stätte salisch-staufischer Herrschaft

Im 12. und 13. Jahrhundert war die Burg eine der wichtigsten Stätten salisch-staufischer Herrschaft über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die Ursprünge reichen wahrscheinlich bis in die Mitte des 11. Jahrhunderts zurück. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf 1081.

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Doch die salische Burg war nicht die erste Besiedlung des Sonnenberges über Annweiler. Wo sich heute der Besucherparkplatz ausbreitet, hatten sich in einer Senke unterhalb des Burgfelsens schon die Römer eingerichtet.

Heimstatt der Reichskleinodien

Was aber machte „die Trifels“ vor allem in der Staufer-Epoche so bedeutsam? Sie war Heimstatt der Reichskleinodien Krone, Zepter und Reichsapfel. Nachbildungen dieser Stücke werden heute in einer eigenen Schatzkammer der 2010 neu gestalteten Dauerausstellung präsentiert. Zugleich diente sie Saliern und Staufern als Staatsgefängnis: Normannische Fürsten saßen hier in Geiselhaft, Richard Löwenherz wurde hier festgehalten, ebenso der Kölner Erzbischof Bruno IV.

Ihr Niedergang begann in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die Burg wurde verpfändet, brannte völlig aus und diente hernach den Einheimischen als Steinbruch. Ab 1841 gab es erste Sicherungsmaßnahmen und bescheidene Restaurierungsversuche durch das Königreich Bayern, zu dem die Pfalz damals gehörte. Dem Ziel des Wiederaufbaus der Burg verschrieb sich der 1866 gegründete und bis heute sehr aktive Trifelsverein.

Während des Dritten Reiches zeigten die Nationalsozialisten Interesse an der Burg. Sie wollten aus ihr eine „nationale Weihestätte“ des Dritten Reiches machen und ordneten 1937 den Wiederaufbau an. Der Vollendung der „Weihestätte“ kam das Kriegsende dazwischen. Befreit von den Absichten der Nazis, wurden Restaurierung und Ausbau von Burg Trifels in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fortgesetzt.

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Gewachsenes Bauzeugnis der Geschichte

Das jetzige Erscheinungsbild der Burg ist Ergebnis wechselnder Phasen von Ausbau, Verfall, Wiederaufbau durch fast 1.000 Jahre bis in die Gegenwart. Ringmauer, Torweg, Brunnenturm, Hauptturm und Basis des Palas zeigen vielfach Spuren salischer und staufischer Baumeister. Zu ihnen gesellen sich historisierende Auf-, Um- und Anbauten, die während des Dritten Reiches und danach entstanden sind.

Somit stellt die Reichsburg Trifels in ihrer gegenwärtigen Erscheinungsform kein authentisches Mittelalter-Ensemble dar, sondern ein gewachsenes, spannendes Bauzeugnis der Geschichte – ihrer lichten wie ihrer dunklen Seiten.