Eintracht-Trainer Hütter geduldig: „Ich passe auf Luka auf“

aus Eintracht Frankfurt

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Luka Jovic im Trikot von Eintracht Frankfurt.  Archivfoto: dpa/ Uwe Anspach

Starstürmer Luka Jovic sitzt auch bei der Partie gegen Hoffenheim auf der Bank. Die Eintracht will ihren Höhenflug in Hoffenheim fortsetzen.

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FRANKFURT. Martin Hinteregger (28) fühlt sich weit oben richtig wohl, privat und beruflich. Der österreichische Nationalspieler der Frankfurter Eintracht macht gerade in Egelsbach seinen Pilotenschein und hat vor ein paar Tagen seine Kollegen Tuta (21) und Evan Ndicka (21) als Co-Pilot mit auf einen Hubschrauber-Rundflug genommen. Trainer Adi Hütter (50) findet das „soziale und persönliche Engagement“ seines Abwehrchefs richtig gut. „Martin hat schon so viel auf dem Buckel, da kann er den Jungen wertvolle und Tipps geben“, sagt Hütter, „es zeigt, dass die Balance stimmt, wenn er sie mal in den Hubschraube reinhaut“.

Abwehr der Eintracht international

Jedenfalls steht die internationale Abwehr der Eintracht mit einem Österreicher, einem Brasilianer und einem Franzosen seit Wochen sehr stabil. Beim Auswärtsspiel am Sonntag (15.30 Uhr) in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim werden die drei „Höhenflieger“ versuchen, das Hoch auch auf dem Platz fortzusetzen. „Na klar haben wir eine Riesenoffensive“, sagt der Trainer, „aber es gibt auch die Arbeit nach hinten und die ist bei uns auch gut.“ Gerade die Entwicklung von Tuta als Nachfolger von David Abraham mache ihm „eine Riesenfreude.“

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Die Eintracht fährt voller Tatendrang und Zuversicht zum Spiel zu ihrem „Lieblingsgegner“. Die letzten fünf Begegnungen gegen die TSG haben die Frankfurter allesamt gewonnen. „Wir fühlen uns mit der aktuellen Situation sehr wohl, aber wir dürfen den Boden nicht unter den Füßen verlieren“, mahnt Hütter, „wir brauchen eine gute Leistung gegen eine starke Hoffenheimer Mannschaft, um dort zu gewinnen“. Grundsätzlich sei jedes Spiel in der Bundesliga „sehr gefährlich“, also auch dieses. Die Eintracht hat es in dieser Saison bislang fertiggebracht, gegen die Mannschaften, die hinter ihr platziert sind, nahezu alle Punkte zu holen. „Das sind die Punkte, die man braucht, um vorne zu bleiben, das machen wir im Moment ganz gut“, sagt Hütter, „das liegt daran, dass wir sehr, sehr konzentriert in die Spiele gehen.“ Die meisten Siege seien auch nicht glücklich zustande gekommen, „sondern verdient“.

Moment eine Spitzenmannschaft

Die Euphorie, die rund um die Mannschaft und auch innerhalb des Teams herrscht, will der Frankfurter Trainer gar nicht bremsen. „Außer Wolfsburg und Bayern sind wir die einzigen, die erst zweimal verloren haben, wir haben die zweitmeisten Tore erzielt und sind lange ungeschlagen, deshalb sind wir im Moment eine Spitzenmannschaft“, sagt er. Doch Hütter wäre nicht Hütter, wenn er nicht in alle Ruhe die Lage analysieren würde. „Ich bin nicht einen Tag himmelhochjauchzend und am nächsten zu Tode betrübt, das geht mir hier manchmal zu schnell“, führt er aus. Erst im April, wenn die Eintracht gegen die „ganz dicken Brocken“ spielt, werde sich zeigen, „wer stabil ist und wer nicht.“

Eine Voraussetzung für die Erfolgsserie der „Adler“ ist die Fitness der Mannschaft. Fürs Spiel in Hoffenheim fällt kein einziger Spieler aus. Auch Erik Durm (28), der zuletzt wegen leichter Kniebeschwerden hat zuschauen müssen, hat das Training wieder aufgenommen und könnte spielen. „Gratulation an die medizinische Abteilung“, sagt der Trainer, der zwar keinen üppigen Kader hat, aber trotzdem die Qual der Wahl. Auch wenn Hütter in der Regel relativ wenig ändert, gibt es wieder einige Variationsmöglichkeiten. Die spannendste Frage: Wann entschließt er sich dazu, Luka Jovic (23) von Beginn an zu bringen? „Luka hat die Fähigkeiten eines Weltklassestürmers und er ist sicher nicht hierher gekommen um auf der Bank zu sitzen“, räumt Hütter ein. Es gehe einzig darum, Jovic in optimaler Verfassung ins Spiel zu bringen. „Da lasse ich mir nicht reinreden“, sagt Hütter, „ich passe auf ihn auf.“ Er warte „auf den richtigen Zeitpunkt“, um seinen Star in die Anfangself zu befördern, sagt er. Jovic arbeite im Training hart daran, die Defizite, die er aus Madrid mitgebracht hat, aufzuholen. Hütter: „Wenn wir es uns erlauben können, dass Jovic und Rode auf der Bank sitzen, dann weiß ich, wie stark wir sind.“

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Von Peppi Schmitt