SGE-Spieler Torró: Krise wird den Fußball verändern

aus Eintracht Frankfurt

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Lucas Torró im Trikot von Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Wie seine Mannschaftskameraden bei der Eintracht ist auch Lucas Torró froh, wieder auf dem Platz zu trainieren. Dennoch steht Fußball für den Spanier derzeit nicht im Mittelpunkt.

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FRANKFURT. Die Spieler der Eintracht sind alle froh, dass sie seit zehn Tagen wieder auf dem Platz stehen, auch wenn die aktuellen Inhalte nicht viel mit dem wirklichen Training zu tun haben. Die Trainingsgruppen sind etwas größer geworden, sind aber immer noch Kleingruppen.

„Wir müssen das positiv sehen“, sagt der spanische Profi Lucas Torró, „es ist schön, dass wir überhaupt trainieren können. In Spanien, Italien oder England ist gar kein Training möglich.“ Ein normaler Konkurrenzkampf innerhalb des Teams finde nicht statt. „Aktuell gibt es gar keinen Fokus, um Plätze zu kämpfen, da ist Geduld gefragt“, sagt der Mittelfeldspieler, der nach langer Verletzungspause (Knieoperation) längst wieder den Anschluss geschafft hat. „Ich fühle mich besser als beim Saisonstart und verspüre eine große Lust, meine Leistung abzurufen“, sagt er.

Gerade Torró steht in der Krise unter besonderem Druck, leben seine Eltern, die beide über 70 Jahre alt sind, doch in Spanien. „Ich habe meine Familie seit Monaten nicht gesehen, in diesem Jahr überhaupt noch nicht“, erzählt er. Über die aktuelle Lage im spanischen Gesundheitssystem ist er bestens informiert. „Meine Schwester ist Krankenschwester und sie hat mir erzählt, wie schwierig es besonders in der letzten Woche war“, sagt Torró, „da haben im Betten gefehlt, Gott sei Dank hat sich die Lage nun etwas entspannt.“ In Spanien hätten viele Familien Todesfälle zu beklagen. „Deshalb macht es wenig Sinn über Fußball zu sprechen“, sagt er, „alles hat seine Zeit und der Fußball wird auch wieder seine Zeit haben.“ Torró geht davon aus, dass die Krise den Fußball „verändern“ wird und wünscht sich, dass in Zukunft „Zusammenhalt und Gemeinsamkeiten“ wieder mehr in den Blickpunkt rücken. "Es wäre schön, wenn wir dadurch zu bessere Menschen werden würden", sagt er.

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Von Peppi Schmitt