Ein Topspiel und ein Krisenherd

Gegen den SC Waldgirmes II darf sich TuBa Pohlheims Kevin Rennert (links) wieder aufeine enge Partie gefasst machen. Foto: Bär

In der Verbandsliga Mitte geht es wieder um viel. Während der FC Gießen II beim Rangdritten SV Zeilsheim gastiert, sucht der FC Cleeberg in Bauerbach den Kellerschlüssel.

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EIN TOPSPIEL UND EIN KRISENHERD VERBANDSLIGA MITTE: GIESSEN II IN ZEILSHEIM BEIM GIPFELTREFFEN / CLEEBERG SUCHT IM KELLERDUELL IN BAUERBACH DEN LICHTSCHALTER GIESSEN (THOS/AKW/BIR)/NUR NOCH ZWEIMAL KICKEN, DANN GEHT ES AUCH FÜR DIE FUSSBALL-VERBANDSLIGA MITT. Gießen (thos/akw/bir). Nur noch zweimal kicken, dann geht es auch für die Fußball-Verbandsliga Mitte in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Bevor die Teams aber für den anstehenden Winterschlaf die Augen schließen, geht es am 19. Spieltag nochmals heiß her. Während die Zweitvertretung des FC Gießen beim SV Zeilsheim die Spitzenposition festigen will, wollen der FC TuBa Pohlheim, der SC Waldgirmes II und die SG Kinzenbach nochmals oben anhorchen. Den Anfang macht aber der bereits heute aufspielende FC Cleeberg, der zum Kellerduell beim SV Bauerbach gastiert.

SV Bauerbach - FC Cleeberg (Sa., 14 Uhr): Und täglich grüßt das Murmeltier, heißt es mal wieder für den FC Cleeberg. Neben den Langzeitverletzten Hendrik Keller, Marvin Gath und Moritz Schmidt fallen nun auch Raphael Bause und Daniel Wiesenfeller aus. Für Trainer Daniel Schäfer heißt es deshalb wieder: Kreativ in der Aufstellung sein. Trotzdem will er das Kellerduell beim SV Bauerbach entspannt angehen: "Es ist ein ganz normales Spiel, auch wenn sich der direkte Konkurrenzkampf immer etwas anders anfühlt." Dass die Marburger ebenfalls den Abstieg fürchten müssen, wundert Schäfer: "Ich hatte Bauerbach als Favorit auf dem Schirm, aber junge Mannschaften haben es manchmal schwerer." Schonen wolle er den Gegner deswegen nicht: "Wir haben gegen Breidenbach und Marburg sehr aktiv gespielt, das wollen wir am Samstag natürlich fortsetzen und vielleicht einen Sieg verbuchen." Der würde der Mannschaft wieder Selbstvertrauen geben.

SC Waldgirmes II - TuBa Pohlheim (So., 14.45 Uhr): Daran mangelt es dem SC Waldgirmes U23 nicht, der am Sonntag TuBa Pohlheim empfängt. "Der Kader von TuBa gehört zu den stärksten, aber wir schlagen uns immer gut gegen sie. Da ist ein Sieg nicht unmöglich", sagt Trainer Mario Schappert. Außerdem betont der Coach: "Gegen Topteams sind meine Jungs immer motivierter und wollen zeigen, dass sie mit den Besten mithalten können." Auch den Heimvorteil will der Übungsleiter nicht bestreiten: "Tendenziell sind wir Zuhause immer etwas besser." Trotzdem mahnt er: "TuBa hat starke Persönlichkeiten. Sich davon nicht einschüchtern zu lassen, wird verdammt schwer."

Wenn es auf der anderen Seite nach dem FC TuBa Pohlheim ginge, dann würde wohl ohne die nahende Winterpause weitergespielt werden. Absolut verständlich, befindet sich der Aufsteiger nach wie vor in Topform und besiegte nach dem SV Zeilsheim (2:1) mit dem VfB Marburg (5:1) einen weiteren hoch ambitionierten Gegner. Damit trotzt die Truppe dem Neun-Punkte-Abzug (sieben aufgrund der Tumulte im und nach dem Match gegen Bauerbach, zwei wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls) und ist als Sechster schon wieder nah dran an den Spitzenplätzen. "In Marburg waren wir sehr spielbestimmend und konnten das auch mal in viele Tore ummünzen", blickt Coach Sherwin Rahmani zufrieden zurück und möchte mit seiner Elf natürlich nur allzu gerne bei der U23 des SC Waldgirmes an diese Leistung anknüpfen. "Wir wollen versuchen, das spielerische Niveau und die erhöhte Effektivität zu konservieren", meint der 37-jährige Trainer, der vor dem Umschaltspiel der Lahnauer warnt: "Da sind sie brandgefährlich. Zudem sind sie als Team sehr gewachsen." Personell betrachtet bangt Rahmani um den Einsatz von Goalgetter Kevin Rennert (muskuläre Probleme) und der beiden erkrankten Kevin Buycks und Albano Sidon.

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SG Kinzenbach - FC Waldbrunn (So., 15 Uhr): Unterschiedlicher könnte die Stimmungslage nicht sein, wenn morgen die SG Kinzenbach den FC Waldbrunn erwartet. Während die Gastgeber mit einem 3:1-Erfolg beim Spitzenreiter FC Gießen II für eine Überraschung sorgten, musste der Tabellenzweite aus der Westerwald-Gemeinde zuhause gegen das Tabellenschlusslicht SV Bauerbach eine 3:4-Schlappe hinnehmen und damit die Spitzenposition in der Liga abgeben. "Unsere Leistung war sensationell", war SG-Trainer Oliver Dönges nach dem unerwarteten Dreier bei der Regionalliga-Reserve "voll zufrieden." Allerdings denkt er angesichts des kommenden Gegners vor allem an das Hinspiel: "Da haben wir noch etwas gutzumachen." Schließlich bekamen die Kinzenbacher in Waldbrunn am vierten Spieltag eine 0:6-Schlappe verpasst. Dass es für seine Mannschaft morgen vor allem gilt, Torjäger und Spielertrainer Steffen Moritz, der im Hinspiel viermal traf und bisher insgesamt bereits 20-Mal erfolgreich war, im Auge zu behalten, weiß Dönges ebenso wie "dass wir auf eine kompakte und kampfstarke Mannschaft treffen und uns auf lange Bälle einstellen müssen." Mit einem Dreier gegen den derzeitigen Tabellenzweiten könnten die Kinzenbacher, die eine Partie weniger absolviert haben, bis auf drei Zähler an den FC heranrücken.

Für Dominik Wagner, der unter Ellbogen-Beschwerden leidet, wird morgen Henrik Flechtner erneut im SG-Kasten stehen. Weiterhin fällt Max Mohr nach seinem Muskelfaserriss weiterhin aus, und der Einsatz von Tommy Ried und Oliver Richardt ist fraglich und entscheidet sich kurzfristig.

SV Zeilsheim - FC Gießen II (So., 15.30 Uhr): 'Wintermeister der Verbandsliga Mitte'. Diesen inoffiziellen Titel möchte sich der FC Gießen II in den verbleibenden zwei Partien in Hessens zweithöchster Spielklasse nur allzu gerne sichern. "Wenn du einen solchen ersten Saisonteil spielst wir wir, willst du das hinten raus nicht verwässern, sondern oben dabei bleiben", erklärt Trainer Marcel Cholibois. Der Spitzenreiter hat mit zwei Punkten Vorsprung auf das Verfolger-Duo vom FC Waldbrunn und SV Zeilsheim zwar die besten Voraussetzungen, allerdings haben es die beiden Aufgaben zum Jahresabschluss absolut in sich. Denn bevor die Cholibois-Schützlinge zum Ausklang in der kommenden Woche den sehr überzeugend auftretenden und aktuell auf Rang fünf beheimateten Aufsteiger Spvgg. Eltville empfangen, müssen sie morgen beim Dritten aus Zeilsheim ran. "Für mich sind sie der absolute Top-Favorit", hat Cholibois die Frankfurter unbedingt auf dem Zettel für den Klassensprung in die Hessenliga, "sie sind individuell sehr stark besetzt und verfügen über eine bärenstarke Offensive." Mit stotterndem Motor in die Runde gestartet, lief es anschließend für die Truppe von Ex-Profi Sascha Amstätter lange Zeit sehr gut, ehe sie zuletzt zweimal sieglos blieben. Beim überragenden FC TuBa Pohlheim war der SVZ mit 1:2 unterlegen, es folgte ein torloses Remis gegen Abstiegskandidat SSV Langenaubach. Aber auch die Gießener Regionalliga-Reserve kommt aus einem Negativerlebnis. "Wir wollen ein anderes Gesicht zeigen", meint Cholibois in Anspielung auf das 1:3 gegen die SG Kinzenbach und ergänzt: "Wir wollen das zeigen, was uns bisher ausgezeichnet hat, nämlich schnelles Umschaltspiel offensiv wie defensiv." Sollte Gießen in Zeilsheim gewinnen und Waldbrunn in Kinzenbach höchstens ein Unentschieden holen, wäre schon sicher, dass sich der FCG die Tabellenführung unter den Weihnachtsbaum legen kann.