HSG Wetzlar erwartet humpelnde Füchse zum Schlüsselspiel

Nach dem Sieg in Gummersbach kann Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider Punkte vergolden. Berlin reist mit großen Verletzungssorgen an.

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WETZLAR/GIESSEN. Es ist für beide Teams ein Schlüsselspiel. Schafft Handball-Bundesligist HSG Wetzlar nach den doppelten Punktgewinnen gegen Frisch Auf Göppingen und in Gummersbach den dritten Sieg in Folge oder bekommen die vom Verletzungspech arg gebeutelten Berliner Füchse nach den Niederlagen bei den Rhein-Neckar Löwen und zuhause gegen Stuttgart wieder Boden unter die Füße? Spannung ist (nicht nur) deshalb angesagt, wenn am Donnerstagabend um 19 Uhr das WM-Schiedsrichtergespann Schulze/ Tönnies die Begegnung in der Wetzlarer Rittal Arena anpfeifen werden.

HSG Wetzlar - Füchse Berlin Donnerstag, 19 Uhr

"Wir spielen derzeit eine gute Abwehr, was auch etwas mit der großartigen Entwicklung von Till Klimpke im Tor zu tun hat. In Gummersbach war Anton Lindskog unser stärkster Deckungsspieler, und auch der Mittelblock mit Olle Forsell-Schefvert funktionierte, sodass wir über weite Strecken das gegnerische Kreisspiel unterbinden konnten", lässt HSG-Trainer Kai Wandschneider vor der Auseinandersetzung mit den Füchsen noch einmal die Partie in Gummersbach Revue passieren. "Die Defensive muss erneut harmonieren, aber im Angriff dürfen wir uns nicht noch einmal erlauben, so viele freie Gelegenheiten auszulassen. Wir müssen im Abschluss konzentriert und stabil sein", fügt der 59-Jährige hinzu.

Dass Kollege Velimir Petkovic derzeit über ein Lazarett von acht Akteuren - darunter die Nationalspieler Paul Drux, Fabian Wiede sowie den Schweden Mattias Zachrisson - verfügt, macht das Spiel für die Mittelhessen nur auf dem Papier leichter. Die Berliner Rumpfmannschaft, aufgefüllt mit Spielern aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend, ist dennoch ein ernstzunehmender Kontrahent. Dies bewies der amtierende EHF-Cup-Sieger und Vize-Clubweltmeister in Mannheim, wo sich die Rhein-Neckar Löwen lange mühen mussten, ehe ein 28:25-Sieg erreicht war. "Velimir Petkovic ist einer der erfahrensten Trainer der Bundesliga, der aus jeder Situation noch das Beste macht", lobt Kai Wandschneider sein Berliner Pendant. In der Tat macht "Petko", der von 1998 bis 2004 auch eine Wetzlarer Vergangenheit besitzt, aus der Spielernot eine Tugend. Ohne einen Linkshänder auf der rechten Halbposition agiert seine Crew mit drei Rechtshändern im Spielaufbau, es sei denn, dass Kapitän Hans Lindberg von der Rechtsaußenposition abgezogen wird, um im Rückraum zu spielen.

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Bei der überraschenden 25:30-Heimniederlage der Berliner gegen den TVB Stuttgart wurde allerdings deutlich, dass das Leistungsgefälle in der aktuellen Mannschaft doch sehr unterschiedlich ist und auch die Kraft nicht für 60 Minuten reicht. Allein die starken Torhüter Silvio Heinevetter und Malte Semisch sowie Routinier Hans Lindberg, der tunesische Nationalspieler Wael Jallouz, Neuzugang Jacob Holm und der Innenblock mit Jakov Gojun, Mijaijlo Marsenic und Erik Schmidt präsentieren immer noch ein Top-Bundesligateam, das in Wetzlar seit neun Jahren nicht mehr verloren hat. Lediglich in der Saison 2014/15 schafften die Gastgeber ein 24:24-Remis, während bei allen anderen Partien die Füchse die Punkte aus der Rittal Arena entführten. Nach Hinweis von HSG-Geschäftsführer Björn Seipp erwarten die Mittelhessen am Donnerstag 4000 Zuschauer auf den Rängen. "Unsere Fans haben uns in Gummersbach großartig unterstützt. Das wird auch gegen die Füchse notwendig sein, denn trotz der Berliner Verletzungsmisere sind wir nur der Außenseiter", erklärt der HSG-Chef.