Opel trauert um Richard Heller

Der ehemalige Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Richard Heller ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Das Bild zeigt Heller im Jahr 1983. Foto: Opel Automobile GmbH

17 Jahre stand Richard Heller an der Spitze der Opel-Arbeitnehmervertretung – und bewegte viel. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. Er hatte den Ruf eines Rebellen.

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RÜSSELSHEIM. Opel trauert um Richard Heller, den ehemaligen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden, der im Unternehmen viel bewegt hat. Wie der Rüsselsheimer Autobauer und der Betriebsrat mitteilen, ist Heller im Alter von 86 Jahren gestorben. Der gebürtige Mainzer verbrachte den Angaben zufolge fast seine gesamte Karriere beim Autobauer, begann 1956 als Modellbau-Schreiner bei Opel und war in diesem Bereich bis zu seiner Wahl in den Betriebsrat des Werkes Rüsselsheim im Jahr 1972 tätig. Im Dezember 1992 schied Heller im Rahmen eines Vorruhestandsprogrammes aus dem aktiven Dienst bei Opel aus.

Heller war seit 1948 in der Gewerkschaft und seit 1967 Mitglied der SPD. 1975 wurde er zum Vorsitzenden des Rüsselsheimer Betriebsrates gewählt und vom Gesamtbetriebsrat in den Wirtschaftsausschuss berufen. Drei Jahre später folgte der Ruf in den Aufsichtsrat von Opel; gleichzeitig war er Vorstand der Betriebskrankenkasse. „Heller war intern wie extern gleichermaßen angesehen“, so Opel weiter.

Der ehemalige Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Richard Heller ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Das Bild zeigt ihn 2010 vor der VRM in Mainz. Archivfoto: Sascha Kopp
Der ehemalige Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Richard Heller ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Das Bild zeigt ihn 2010 vor der VRM in Mainz. (© Archivfoto: Sascha Kopp)
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Der Betriebsrat betont seine Verdienste für die Belegschaft: „Bis heute wirkt nach, was er für die Beschäftigten von Opel, aber auch die gesamte Metallindustrie an der Seite der IG Metall durchgesetzt hat“, betont der heutige Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Baum. Verwiesen wird auf die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche im Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern. „Im großem Streikjahr 1984 stand Richard Heller mit den Rüsselsheimer Opel-Beschäftigten in den Wochen des Ausstandes in vorderster Linie - sechseinhalb Wochen lang“, so die Arbeitnehmervertreter.

In Hellers Zeit wurden wichtige Regelungen erstritten

Weitere wichtige Regelungen, die heute zum sozialen Standard gehörten, seien in der Zeit von Heller als Vorsitzenden erstritten worden. Darunter wird die Zuzahlung zum Kurzarbeitergeld hervorgehoben, „die besonders hart durchzusetzen war und in der Folge die sozialen Risiken für die Beschäftigten abmilderte“. Und Personalchef Ralph Wangemann betont: „Im Namen unseres Unternehmens möchte ich Richard Heller für alles herzlich danken, was er für Opel und seine Mitarbeiter erreicht hat. Wir sind in Gedanken in dieser schwierigen Zeit bei seiner Familie. Richard Heller hat Herausragendes für die Menschen in unserem Unternehmen geleistet.“

Viele Regelungen, für die er kämpfte, hätten Modellcharakter gehabt „und wurden über Opel hinaus adaptiert und übernommen“, so der Betriebsrat weiter. Sein Engagement und sein Einsatz habe ihm den Ruf eines Rebellen eingebracht.