In Sachen Schilddrüsenmedikament Levothyrox hat ein Gericht in Frankreich gegen den Darmstädter Pharmakonzern entschieden.

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LYON. (dpa). Merck muss einem Anwalt der Klägerseite zufolge in Frankreich Schadenersatz wegen einer Änderung der Rezeptur seines Schilddrüsenmedikaments Levothyrox zahlen. Ein Berufungsgericht in Lyon habe entschieden, dass der Pharmahersteller aus Darmstadt „einen Fehler“ begangen habe, da er nicht ausreichend über die veränderte Zusammensetzung und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt habe, teilte Anwalt Christophe Lèguevaques mit. Demnach muss Merck jedem Kläger 1000 Euro Schadenersatz zahlen. An der Berufungsklage hatten sich laut Lèguevaques 3320 Kläger beteiligt. Der Konzern hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Der Chef der Rechtsabteilung von Merck, Florent Bensadoun, kündigte Berufung an.

Zuvor machte Merck mit einer Erfolgsmeldung auf sich aufmerksam: Die US-Zulassungsbehörde FDA hat grünes Licht für eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff M5049 gegeben. Dieser soll überschießende Immunreaktionen infolge von Covid-19-Lungenentzündungen verhindern oder mildern. Nach Angaben des Unternehmens sollen Ende des Jahres Ergebnisse vorliegen. Merck hat den Wirkstoff selbst entwickelt und bereits an Gesunden getestet.